Das Dorf, im nördlichen Oderbruch gelegen, entstand um 700 u. Z. als Ort wendischen Ursprungs. In der Niederung, dort wo sich früher das Bett der Oder befand und wo die Bruchlandschaft dem Besucher ihr ganzes Wesen offenbart, liegt Altwriezen.
1412 tauchte der Name Altwriezen erstmals in einer Urkunde auf. Zwischen 1412 und 1719 besaß die Familie von Barfuß das Dorf in ungeteiltem Besitz. 1736 trifft eine Überschwemmungskatastrophe das ganze Oderbruch. Nach der Trockenlegung des Oderbruchs im Jahre 1753 wurde das Dorf wieder aufgebaut, aber an anderer Stelle. Dadurch entstand in Altwriezen ein Kuriosum, ein Dorf mit zwei Rundlingen, den Rest des alten und ein neuer, der geschlossen war. Zum Schutz gegen die Wasserfluten war das ganze Dorf mit einem Erdwall umgeben. Er erhöhte sich ständig durch Anhäufungen von Viehmist, sowie Haus- und Küchenabfällen jeder Art.
Die malerischen Giebelhäuser, erst Ende des 18. Jahrhunderts in den Altdörfern des Oderbruchs entstandenen, vereinigten nicht nur die Menschen, sondern auch das Vieh und die Futtervorräte in jeglicher Form unter ihrem Dach.
Altwriezen ist eines der wenigen Dörfer, das seine ursprüngliche Struktur als Rundling mit dem charakteristischen Mittelflurhaus im Fachwerkstil bewahrt hat. Man findet eingeschossige Mittelflurhäuser und quer gegliederte Doppelstubenhäuser, die um 1800 erbaut wurden. Zu den auffälligen Häusern des neuen Rundlings gehört das Haus Nr. 37. Später, Anfang des 19. Jahrhunderts, siedelten sich Kolonisten an, die meist in Lehm gedeckten Rohrkaten wohnten. Noch heute sind diese Häuser und die Dorfform erhalten geblieben.
1848 zählte Altwriezen zum Synagogenbezirk Wriezen, weshalb man davon ausgehen kann, dass auch Juden im Orte lebten.
